Plenumsveranstaltungen C - Freitag, 28.06.2013: 9.00 - 11.00

Plenumsveranstaltung C1: Vertrauen in der Krise - Zur Bedeutung von Ungleichheitskonstellationen ...

Plenumsveranstaltung C1:
C1 – Vertrauen in der Krise – Zur Bedeutung von Ungleichheitskonstellationen in sozialen, professionellen und transnationalen Vertrauensverhältnissen

 

Zeit: Freitag, 28.06.2013: 09.00 - 11.00
Ort: HG 106
Organisator/en: Prof. Dr. Martin Endreß 
Chair: Prof. Dr. Thomas Eberle 

 

 

Beitrag 1:

Vertrauen und Anerkennung 

 

 

Referent/in: Prof. Dr. Martin Endreß 
Organisation:

Universität Trier

Abstract:

Die Thesen einer grassierenden Vertrauenskrise und eines umgreifenden Vertrauensverlustes sind inzwischen nur allzu vertraut. Und diese Vertrautheit stabilisiert ihrerseits die Erwartungen: man kann darauf vertrauen, dass die Schieflage der Vertrauenskultur weiterhin auf der gesellschaftlichen Agenda stehen wird. Eine Irritation dieser Erwartung würde paradoxer Weise ebenso zu einem wei-teren Vertrauensverlust führen. Auch wenn Vertrauen als grundlegende Bedingung privater wie be-ruflicher und gesellschaftlicher Verhältnisse und Beziehungen betrachtet wird, so scheint es hier doch jeweils recht unterschiedliche Akzente zu zeigen. Es erweist sich als wenig hilfreich mit Blick auf die drei typischen Konstellationen, bezogen auf die alltäglich von Vertrauen und Vertrauenswür-digkeit die Rede ist, also mit Blick auf andere Personen (bspw. Lebenspartner), auf organisatorische Rahmungen (bspw. eine professionelle Interaktion) oder auf Institutionen (Banken, Staat), mit einem eindimensionalen Vertrauensbegriff zu arbeiten. Die Modi des vorreflexiven, habituellen und des reflexiven Vertrauens werden deshalb mit Rücksicht auf verschiedene Sozialkonstellationen unter-schieden, und entsprechend auch für eine Analyse von Vertrauenskrisen und Konstellationen des Misstrauens auseinandergehalten. Ein Vertrauensverlust kann sich auf vormals rational kalkulierte und geplante Handlungszüge beziehen und so reflexives Vertrauen erodieren lassen. Er kann den Verlust in bisher vertraute und selbstverständlich gewesene Praktiken und Orientierungsschemata nach sich ziehen und sich somit auf die Dimensionen habituellen Vertrauens erstrecken. Oder er kann sich auf der Ebene fungierenden Grundvertrauens einstellen und dann den weitreichenden Verlust sog. Weltvertrauens und das Zerbrechen des Selbstwertgefühles, des Selbstvertrauens um-fassen. 

Bibliographie:

Endreß, Martin. 2002. Vertrauen. Bielefeld: transcript.

Endreß, Martin. 2010. Vertrauen – soziologische Perspektiven. In: M. Maring (Hrsg.), Vertrauen – zwischen sozialem Kitt und der Senkung von Transaktionskosten (S. 91-113 ). Karlsruhe: KIT.

Endreß, Martin. 2013. Zur Struktur von „Grundvertrauen" und der Vertrauenssignatur in Gegen-wartsgesellschaften. In: I. U. Dalferth / S. Peng-Keller (Hg.), Grundvertrauen. Hermeneutik eines Grenzphänomens (S. 115-144). Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt.

Sztompka, Piotr. 1995. Vertrauen: Die fehlende Ressource in der postkommunistischen Gesell-schaft. In: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie – Sonderheft 35, S. 254-276.

Sztompka, Piotr. 1999. Trust. A Sociological Theory. Cambridge: Cambridge University Press.

 

 

Beitrag 2:

Experten in der Krise – Zum Verhältnis von Wissensungleichheiten und Vertrauen 

 

 

Referent/in: Dr. Nicole Zillien 
Organisation:

Universität Trier

Abstract:

Laien sind insbesondere dann an Expertenlösungen interessiert, wenn sie vor dem Hintergrund fra-gilen und konfligierenden Wissens Entscheidungen zu fällen haben. Eine Voraussetzung dafür, dass Laien entsprechende Entscheidungen an Experten delegieren, ist Vertrauen, das für die Arzt-Patienten-Beziehung von jeher als konstitutiv angesehen wird. Der ungewisse Erfolg reproduktions-medizinischer Behandlungen, die vielfach im Internet gesteigerte Expertise von Kinderwunschpatien-ten, aber auch das Wissen um ökonomische Fehlanreize und rechtliche Grauzonen fordern dabei das Vertrauensverhältnis zwischen der Reproduktionsmedizin und ihren Patienten deutlich heraus. Vor diesem Hintergrund wird basierend auf Ergebnissen eines DFG-Projektes analysiert, inwiefern für die ratsuchenden Kinderwunschpatienten andere Betroffene gegenüber professionellen Experten an Relevanz gewinnen. Leitfadeninterviews mit 32 Kinderwunschpatienten sowie eine standardisierte Onlinebefragung von Nutzern dreier Kinderwunschforen (N=1216) zeigen, dass sich mit der Ver-fügbarkeit des Internets – und hier insbesondere der stark frequentierten Kinderwunschforen – un-gewollt kinderlose Frauen und Männern mit ihren Fragen zunehmend an ihre oftmals expertisierten Mitpatienten wenden. Zudem wird im Rahmen einer inhaltsanalytischen Auswertung von 1.281 Fo-renbeiträgen deutlich, dass die im Kinderwunschforum vermittelten Informationen Qualitäten aufwei-sen, die die medizinische Profession nicht bieten kann. Laien fungieren demnach gegenüber ande-ren Betroffenen als Experten, wobei sie (in aller Anonymität und Unverbindlichkeit der Forenkommu-nikation) als Vertrauen beinhaltende Sozialbeziehungen wahrgenommen werden, während die Re-produktionsmediziner als Repräsentanten des reproduktionsmedizinischen Expertensystems zu-nehmend Schwierigkeiten haben, Vertrauen zu generieren und aufrecht zu erhalten. 

Bibliographie:

Giddens, Anthony. 1995. Konsequenzen der Moderne. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

Honer, Anne. 1994. Die Produktion von Geduld und Vertrauen. Zur audiovisuellen Selbstdarstellung des Fortpflanzungsexperten. In: Hitzler, Ronald / Honer, Anne / Maeder, Christoph (Hg.), Ex-pertenwissen (S. 44-61). Opladen: Westdeutscher Verlag.

Stehr, Nico / Grundmann, Reiner. 2010. Expertenwissen. Die Kultur und die Macht von Experten, Beratern und Ratgebern. Weilerswist: Velbrück.

Sütterlin, Sabine / Hoßmann, Iris. 2007. Ungewollt kinderlos. Was kann die moderne Medizin gegen den Kindermangel in Deutschland tun? Berlin: Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung.

Weingart, Peter. 2003. Wissenschaftssoziologie. Bielefeld: transcript.

Zillien, Nicole et al. 2011. Internet Use of Fertility Patients: A Systematic Review of the Literature. In: Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie 8. S. 281-287.

 

 

Beitrag 3:

Vertrauen in den Euro – Zur Vertrauenskrise einer Währung 

 

 

Referent/in: Dr. Jenny Preunkert 
Organisation:

Universität Leipzig 

Abstract:

In der Öffentlichkeit herrscht Einigkeit darüber, dass sich der Euro in einer Vertrauenskrise befindet. Doch was heißt Vertrauen im Zusammenhang mit Währungen bzw. wer vertraut wem in einem Wäh-rungssystem? Anknüpfend an Simmel definiere ich eine Währung als eine politisch gerahmte Institu-tion. Ihre Reproduktion beruht auf dem Vertrauen der Akteure sowohl in die Währung selbst als auch in die Politik, die für die Währung Sorge trägt, ohne dass sie die Reproduktion der Währung voll-ständig kontrollieren kann. Bisher wurden Währungen stets in nationalstaatlichen Containern ge-dacht, die politische Verantwortung war eng mit der nationalstaatlichen Souveränität verkoppelt. Mit dem Euro wird nun Neuland betreten: Erstmals schlossen sich freiwillig mehrere Nationalstaaten zu einem Währungsraum zusammen, ohne dass sie allerdings ihre Souveränität vollkommen aufgaben. Diese multipolare Struktur war unproblematisch, solange dem Euro und den politischen Akteuren im gleichen (hohen) Maße vertraut wurde. Als Folge der Finanzmarktkrise kam es zu einer Ausdifferen-zierung der Bewertung der politischen Akteure. Die Vertrauenskrise einiger Euromitglieder führte zu einer institutionellen Vertrauenskrise. Verloren ging das Vertrauen nicht nur in die Zahlungsfähigkeit von Staaten wie Griechenland und Irland, sondern auch in die Lösungsstrategien der Europartner. Die gemeinsame Währung und ihre aktuellen Entwicklungen zeigen, dass das Funktionieren von Währungen von dem Vertrauen in die verantwortlichen politischen Akteuren abhängt. Nur wenn der Politik und ihrer ökonomischen Handlungsfähigkeit vertraut wird, wird auch der Währung vertraut. Umgekehrt deuten die jüngsten Entwicklungen aber auch an, dass ökonomische Vertrauenskrisen in politische Krisen münden können. Die Eurozone steht vor der Herausforderung, nicht nur das Ver-trauen der Märkte zurückzugewinnen, sondern auch politische Vertrauensverluste in den besonders betroffenen Staaten wie auch der Eurozone insgesamt zu verhindern. 

Bibliographie:

Ganßmann, Heiner. 2012. Doing money. Elementary monetary theory from a sociological standpoint. Abingdon, Oxon; New York: Routledge.

Ingham, Geoffrey. 2004. The nature of money. Cambridge, UK; Malden, MA: Polity.

Preunkert, Jenny / Georg Vobruba. 2012. Die Eurokrise - Konsequenzen der defizitären Institutiona-lisierung der gemeinsamen Währung. In: Kraemer, Klaus und Sebastian Nessel (Hg.). Entfes-selte Finanzmärkte. Soziologische Analysen des modernen Kapitalismus (S. 201-224). Frank-furt/M.: Campus.

Simmel, Georg. 2001. Philosophie des Geldes. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

Sachverständigenrat. 2012. Stabile Architektur für Europa – Handlungsbedarf im Inland. Jahresgut-achten 2012/13. Wiesbaden: Statist. Bundesamt.

 

Plenumsveranstaltung C2: Jenseits der Erwerbsarbeit - Neue Chancen der Integration?

Plenumsveranstaltung C2:
C2 – Jenseits der Erwerbsarbeit - Neue Chancen der Integration?

 

Zeit: Freitag, 28.06.2013: 09.00 - 11.00
Ort: HG 114
Organisator/en: Prof. Dr. Birgit Blättel-Mink 
Chair: Dr. Tobias Eule

 

 

Beitrag 1:

Anerkennung jenseits der Erwerbsarbeit? - Neue Integrationsmöglichkeiten in der Krise 

 

 

Referent/in: Dr. Linda Nierling 
Organisation:

Karlsruher Institut für Technologie 

Abstract:

Die Krisendiagnose des Arbeitsmarktes der 1990er Jahre, die durch Massenarbeitslosigkeit und einen tiefgreifenden strukturellen Wandel des Erwerbssystems geprägt war, mündete in der Entwicklung von erweiterten Konzepten von Arbeit, die zum Ziel hatten, eine Alternative zur gesellschaftlichen Integration durch den Arbeitsmarkt herzustellen (vgl. Bierter, v. Winterfeld 1998). Blickt man auf diese Debatte heute zurück, so ist die Krisendiagnose von Arbeit weiterhin hochaktuell. Doch in welcher Weise können erweiterte Arbeitsmodelle den Menschen alternative Orientierungsmöglichkeiten zum formal prägenden System der Erwerbsarbeit bereitstellen? Welche Rollen könnten alternative Konzepte zum Arbeitsmarkt gerade in Zeiten der Krise spielen?
In diesem Beitrag soll es darum gehen, Möglichkeiten, Hemmnisse und Grenzen von „Arbeit" jenseits der Erwerbsarbeit auf Grundlage der Theorie der Anerkennung von Honneth (1994) aufzuzeigen. Von zentraler Bedeutung für Anerkennung in erweiterten Arbeitsverhältnissen sind zwischenmenschliche Beziehungen („Liebe") und die Verwirklichung spezifisch-intrinsischer Kompetenzen und Autonomie („Solidarität") (Nierling 2012). Die empirische Basis hierzu stellt eine qualitative Fallstudienuntersuchung zu erweiterten Arbeitsformen dar. Es soll diskutiert werden, inwieweit diese „weichen" Formen der Anerkennung erweiterter Arbeitsverhältnisse den Anerkennungsbedürfnissen von Menschen – gerade in Zeiten der Krise – entsprechen können und wie das Potential erweiterter Arbeitskonzepte zu bewerten ist, zu ihrer gesellschaftlichen Integration beizutragen. 

Bibliographie:

Bierter, Willy, v. Winterfeld, Uta (Hrsg.). 1998. Zukunft der Arbeit - welcher Arbeit? Berlin, Basel, Boston: Birkhäuser.

Honneth, Axel. 1994. Kampf um Anerkennung. Zur moralischen Grammatik sozialer Konflikte. Suhrkamp, Frankfurt am Main.

Nierling, Linda. 2012. "This is a bit of the good life": Recognition of unpaid work from the perspective of degrowth. Ecological Economics 84, S. 240-246.

 

 

Beitrag 2:

Soziale Innovationen – Neue Praktiken der Wertschöpfung in Zeiten der Krise 

 

 

Referent/in: Prof. Dr. Birgit Blättel-Mink und Dr. Raphael Menez 
Organisation:

Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main 

Abstract:

Der öffentliche und der wissenschaftliche Diskurs über Klimawandel und den Verlust an Biodiversität haben dazu geführt, dass neue Modi der Wertschöpfung und Bedürfnisbefriedigung, z.B. im Feld der Energieversorgung oder in der Landwirtschaft, verstärkte Beachtung finden. Die Besonderheit von Energiegenossenschaften, Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaften und Initiativen solidarischer Landwirtschaft besteht u.a. darin, dass die klassischen Akteure der kapitalistischen Wertschöpfung, private gewinnorientierte Unternehmen, hierbei kaum eine Rolle spielen. Vielmehr beteiligen sich an derartigen „sozialen Bewegungen" Familien, ältere Menschen, Jugendliche, Erwerbslose oder Geringverdiener. Sie gelten vor allem in der Debatte um die Postwachstumsgesellschaft (vgl. Rifkin 2011; Seidl/Zahrnt 2012; Paech 2012) als Pioniere des Wandels.
In der sozialwissenschaftlichen Innovationsforschung werden neue soziale Praktiken identifiziert und deren Diffusionsprozesse nachgezeichnet (vgl. Rammert 2010). Dabei werden soziale Innovationen technischen Innovationen gegenüber gestellt (vgl. Howaldt/Jacobsen 2010). Im Vortrag werden das theoretische Konzept auf das Beispiel der solidarischen Landwirtschaft angewandt und erste Ergebnisse einer empirischen Studie vorgestellt. 

Bibliographie:

Howaldt, Jürgen/ Jacobsen, Heike (2010): Soziale Innovation. Auf dem Weg zu einem postindustriellen Innovationsparadigma. Wiesbaden: VS-Verlag für Sozialwissenschaften.

Paech, Nico. 2012. Befreiung vom Überfluss: Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie. München: oekom-Verlag.

Rammert, Werner. 2010. Die Innovationen der Gesellschaft. In: Howaldt, Jürgen/ Jacobsen, Heike (Hrsg.): Soziale Innovation. Auf dem Weg zu einem postindustriellen Innovationsparadigma. Wiesbaden: VS-Verlag für Sozialwissenschaften, S. 21-51.

Rifkin, Jeremy. 2011. Die dritte industrielle Revolution. Die Zukunft der Wirtschaft nach dem Atomzeitalter. Frankfurt/Main, New York: Campus-Verlag.

Seidl, Irmi / Zahrnt, Angelika. 2012. Postwachstumsgesellschaft. Konzepte für die Zukunft. Marburg: Metropolis.

 

 

Beitrag 3:

Soziologische Perspektiven auf individuelle Lebensführung(en) 

 

 

Referent/in: Bettina-Johanna Krings, M.A. 
Organisation:

Karlsruher Institut für Technologie (KIT) 

 

Abstract:

Der seit Ende der 1980er Jahre einsetzende Blick der deutschsprachigen Soziologie auf „individualisierungsbedingte Probleme[n] des Alltagsvollzugs" (Hitzler 1999) geht auf die intensiv geführte Debatte um die „Individualisierungsthese" (Berger, Hitzler 2010) zurück, die von Ulrich Beck vor allem in seiner Gegenwartsdiagnose der „Risikogesellschaft" (Beck 1986) losgetreten wurde. Auf der Ebene einer Vielzahl empirischer Arbeiten, die das individuelle Alltagshandeln auf der Basis situativer, subjektiver Deutungsmuster ausgelotet haben, rückte das Individuum in den Mittelpunkt der Betrachtung.
Gleichzeitig entsteht, und das ist das Thema dieses Vortrages, (theoretischer) Raum für eine Vielzahl neuer Denkfiguren: einerseits öffnet sie den Blick für die vielseitigen und sozialen Gebilde, die „noch feiner gesponnen, verwickelter, komplexer und komischer" (Hondrich 1999:253) sind, als gemeinhin angenommen. Andererseits entwickelt sich eine Perspektive auf das Leben und den Alltag als Vollzug (vgl. Kron, Horacek 2009, Herausheb. B.-J. Krings). So können neue Räume sozialer Kreativität und Innovativität in vielseitigen sozialen Kontexten eruiert werden. 

Bibliographie:

Beck, Ulrich. 1986. Die Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne. Frankfurt a.M.: Suhrkamp

Berger, Peter. Hitzler, Ronald (Hg.). 2011. Individualisierungen. Ein Vierteljahrhundert „jenseits von Stand und Klasse". Wiesbaden: VS-Verlag

Hitzler, Ronald. 1999. Verführung statt Verpflichtung. Die neuen Gemeinschaften der Existenzbastler. In: Grenzenlose Gesellschaft? Verhandlungen des 29. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, des 16. Kongresses der Österreichischen Gesellschaft für Soziologie, des 11. Kongresses der Schweizerischen Gesellschaft für Soziologie i. B. 1998 (Hg. Von: Honnegger, C., Hradil, S., Traxler, F.). Opladen: Leske & Budrich. S. 223-233

Hondrich, Karl Otto. 1999. Hinter dem Rücken der Individuen – Gemeinschaftsbildung ohne Ende. In: Grenzenlose Gesellschaft, a.a.O. S.247-257

Kron, Thomas. Horácek, Martin. 2009. Individualisierung. Bielefeld: transcript

 

Plenumsveranstaltung C3: Kapitalismus und (Post-)Demokratie – Krisenszenarien der Gegenwart

Plenumsveranstaltung C3:
C3 – Kapitalismus und (Post-)Demokratie – Krisenszenarien der Gegenwart

 

Zeit: Freitag, 28.06.2013: 09.00 - 11.00
Ort: UniS A-122
Organisator/en: PD Dr. Dietmar J. Wetzel 
Chair: PD Dr. Dietmar J. Wetzel 

 

 

Beitrag 1:

Demokratie und post-identitäre Proteste 

 

 

Referent/in: Prof. Dr. Oliver Marchart 
Organisation:

Kunstakademie Düsseldorf 

Abstract:

In Debatten um die sogenannte Post-Demokratie wird oft ausgeblendet, dass viele der antikapitalistischen Proteste, die ihren Höhepunkt in den vergangenen beiden Jahren hatten, auf die Demokratisierung der Demokratie zielen. Zugleich können viele der jüngsten sozialen Bewegungen als post-identitär charakterisiert werden, denn sie unterwerfen ihre eigene Identität, ihre Ziele, ihre Strategien und Subjektivierungsformen einem Prozess der Selbst-Infragestellung, womit neue Formen bewegungsinterner Demokratie erprobt werden. Die Zeiten radikaler identity politics, also dem Einigeln in der eigenen partikularen Identität, scheinen vielerorts vergangen. Das wohl historisch erste, mit Sicherheit aber prominenteste Beispiele für eine post-identitäre soziale Bewegung sind die mexikanischen Zapatisten, deren Slogan nicht zufällig lautet: pregundando caminamos - fragend schreiten wir voran. Ihr politisches Ziel besteht nicht in der Anrufung eines homogenen Protestkollektivs. Eher scheinen sie auf der Suche nach der Gemeinschaft derer, die nichts anderes gemein haben als ihre je unterschiedliche Exklusionserfahrung. Ähnlich hat die Queer-Bewegung die Infragestellung festgezurrter Identitäten geradezu zum politischen Programm erhoben. Auch die Debatten in der EuroMayDay-Bewegung der Prekarisierten sind von der ständigen Thematisierung und Infragestellung der selbstproduzierten Ein- und Ausschlüsse gekennzeichnet. Und schließlich haben die jüngsten Demokratisierungsbewegungen wie Occupy und Democracia real Ya bereits von der globalisierungskritischen Bewegung erprobte Prozeduren weiterentwickelt, um die eigene Identität fließend und die Bewegungsgrenzen offen zu halten. Der Vortrag wird diesen Veränderungen im Selbstverständnis von Protestbewegungen nachgehen und deren demokratiepolitische Implikationen ausloten. Er stützt sich dabei auf die Ergebnisse eines Forschungsprojekts zur EuroMayDay-Bewegung, das an der Universität Luzern zwischen 2006 und 2012 durchgeführt wurde. 

Bibliographie:

Haunss, Sebastian (2004): Identität in Bewegung: Prozesse Kollektiver Identität bei den Autonomen und in der Schwulenbewegung, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

Kevin McDonald (2006): Global Movements: Action and Culture, London: Blackwell.

 

 

Beitrag 2:

Die Finanzialisierung intergenerationaler Beziehungen und die Moralisierung des Kapitalismus 

 

 

Referent/in: Prof. Dr. Andreas Langenohl 
Organisation:

Justus-Liebig-Universität Gießen 

Abstract:

Der Vortrag setzt sich zum Ziel, die Diskussion um die moralischen Grundlagen des Kapitalismus fortzuführen. Laut Boltanski und Chiapello ist es der „Geist" des Kapitalismus, d.h. eine legitime Ordnung von Ressourcenverteilungen, die moralischen Ressourcen generiert, die der Kapitalismus als rein ökonomische Form nicht hervorbringen könnte. Jedoch sind es nicht nur die von Boltanksi und Chiapello untersuchten Umwertungen beruflicher Erwerbsverhältnisse, auf die sich ein solcher Geist bezieht, sondern auch andere Formen ökonomischen Ressourcentransfers. Einer dieser Formen widmet sich der Vortrag vertiefend: dem intergenerationalen Transfer von Ressourcen innerhalb von Familien oder familienähnlichen Strukturen um die Momente von Hinfälligkeit und Tod herum. Unterstützt durch sozialpolitische Zielsetzungen involviert intergenerationale Sorge und Umverteilung zunehmend kapitalistische, und insbesondere finanzökonomische, Investitionsinstrumente und Umverteilungsmodalitäten, etwa in Form von privaten und kapitalmarktbezogenen Lebens-, Renten-, Altersvorsorge- und Pflegeversicherungen. Dies hat jedoch, so das Hauptargument des Vortrags, nicht nur eine nationalökonomische, sondern auch eine moralökonomische Bedeutung. Denn dadurch, dass der intergenerationale Transfer von Ressourcen, in dem einer der wichtigsten ökonomischen Umverteilungsmechanismen der Gegenwart zu sehen ist (Deutschmann 2005), sich um Momente von Hinfälligkeit, Bedürftigkeit und schließlich des Lebensendes herum organisiert, wird der Moment des Todes zu einem der zentralen Schauplätze in gegenwärtigen kapitalistischen Gesellschaften wie auch zu einer immer brennenderen Gerechtigkeits- und Moralitätsfrage. In konzeptioneller Hinsicht verbindet der Vortrag die économie des conventions, die die kulturelle Codierung ökonomischer Rechtfertigungsordnungen herausarbeitet, mit anthropologischen Untersuchungen der Verwendung von Finanzmitteln (etwa Zelizer 1994, 2011). Empirisch stützt sich der Vortrag auf qualitative Interviews zur Inanspruchnahme von Finanzberatung durch Privatanleger in Deutschland wie auch auf eine Analyse entsprechend angebotener Finanzprodukte sowie Ratgeberdiskurse, die sich mit Fragen von Pflege und (Vor-)Sorge befassen. 

Bibliographie:

Boltanski, Luc/Chiapello, Ève (2005): The New Spirit of Capitalism. London: Verso.

Deutschmann, Christoph (2005): Finanzmarkt-Kapitalismus und Wachstumskrise. In: Windolf, Paul (Hg.): Finanzmarktkapitalismus. Analysen zum Wandel von Produktionsregimen. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 58-84.

Dubiel, Helmut (1994): Der nachliberale Sozialcharakter. In: ders.: Ungewissheit und Politik. Frankfurt a.M.: Suhrkamp, 119-150.

Glick Schiller, Nina/Basch, Linda, Szanton Blanc, Christina (1995): From Immigrant to Transmigrant. Theorizing Transnational Migration. In: Anthropological Quarterly, Heft 1 (1995), S. 48-63.

Harrington, Brooke (2008): Pop Finance: Investment Clubs and the New Investor Populism. Princeton und Oxford: Princeton University Press.

Langenohl, Andreas (2007): A Critique of Organizational Capitalism: The Enabling Fiction of Market Efficiency in Financial Professionals' Narratives, in: Laurent Bazin et al. (Hg.): La mondialisation au risque des travailleurs. Paris: L'Harmattan, 2007, S. 219-242.

Langley, Paul 2008: The Everyday Life of Global Finance: Saving and Borrowing in Anglo-America. Oxford/New York: Oxford University Press.

Martin, Randy (1994): The Financialization of Everyday Life.
Zelizer, Viviana A. (1994): The Social Meaning of Money: Pin Money, Paychecks, Poor Relief, & Other Currencies. New York: Basic Books, 1-35.

Zelizer, Viviana (2011): Economic Lives: How Culture Shapes the Economy. Princeton/Oxford: Princeton University Press.

 

 

Beitrag 3:

Steuerwettbewerb und Exit-Optionen als Herausforderungen für die (Post-)Demokratie 

 

 

Referent/in: Prof. Dr. Michael Nollert 
Organisation:

Université de Fribourg 

Abstract:

Dem Konzept der Postdemokratie zufolge werden politische Entscheidungen zunehmend von Bedürfnissen privilegierter ökonomischer Akteure (Grossunternehmen, Eliten) bestimmt. Dass wirtschaftliche Machtkonzentration die Demokratie bedroht, ist an sich keine neue These. So schrieb schon Louis D. Brandeis (1856-1941): „We can have democracy in this country, or we can have great wealth concentrated in the hands of a few, but we can't have both." Auch für die Ordoliberalen (Eucken, Rüstow) war klar, dass die Demokratie vor marktmächtigen Unternehmen zu schützen sei. Neu sind indes strukturelle Rahmenbedingungen, die es Konzernen, Topmanagern und Superreichen mehr denn je erlauben, demokratisch legitimierte Entscheidungen durch Exitandrohung und/oder Migration in Steuerparadiese zu unterlaufen. Sowohl Brandeis als auch die Ordoliberalen erlebten noch, dass demokratische Staaten die Marktwirtschaft und den Sozialstaat vor mächtigen Unternehmen schützten. Inzwischen scheinen viele Staaten indes nicht mehr fähig oder gewillt, insbesondere global agierende, mobile Unternehmen und Wohlhabende zu disziplinieren. Im Gegenteil: Der Theorie des „Weltmarkts für Protektion" zufolge protegieren Staaten im Hinblick auf die Maximierung ihres Steuersubstrats ihre "nationalen Champions", wobei insbesondere kleine politische Gemeinwesen immer mehr selbst zu Unternehmen mutieren, die Unternehmen und vermögende natürliche Personen möglichst geringe Tribute für ihre Leistungen abfordern. Zentrale Akteure sind in diesem politischen Setting, das extreme Einkommens- und Vermögenskonzentration begünstigt, nicht mehr Verbände, Parteien, Gewerkschaften oder soziale Bewegungen, sondern Lobbyisten von Unternehmen, die Exitdrohungen artikulieren und massenmedial zelebrierte Politstars sowie Wohlhabende, die unliebsame Massnahmen mit einem Exit beantworten. Dabei gilt u.a. zu beachten, dass das Exitpotenzial wirtschaftlicher Akteure unterschiedlich stark ist, dass nicht bei allen Managern globaler Unternehmen eine Erosion der Loyalität zum nationalen Herkunftskontext zu beobachten ist und die Steuersenkungspolitik seit der Finanzkrise an Legitimität einbüsst. 

Bibliographie:

Nollert, Michael/Schief, Sebastian (2011) Preventing the Retrenchment of the Welfare State: Switzerland´s Competitiveness in the World Market for Protection, Competition & Change, Vol. 15 No. 4, pp. 315-335.

 

Plenumsveranstaltung C4: Recent Developments in Economic Inequality

Plenumsveranstaltung C4:
C4 – Recent Developments in Economic Inequality

 

Zeit: Freitag, 28.06.2013: 09.00 - 11.00
Ort: HG 101
Organisator/en: Ben Jann 
Chair: Debra Hevenstone 

 

 

Beitrag 1:

The Great Recession and the Distribution of Household Incomes 

 

 

Referent/in: Stephen P. Jenkins 
Organisation:

London School of Economics and Political Science 

Abstract:

This talk presents the findings of the first cross-national study of the impact of the Great Recession (GR) on the distribution of household incomes (published by OUP, January 2013). Looking at real income levels, poverty rates, and income inequality, we focus on the period 2007-9, but also consider longer-term impacts. Three contributions are made. First, the study reviews lessons from the past about the relationships between macroeconomic change and the household income distribution. Second, it considers the experience of 21 rich OECD member countries drawing on a mixture of national accounts, labour force and household survey data. Third, the study presents case-study evidence for six countries: Germany, Ireland, Italy, Sweden, the UK, and the USA. It is shown that there were marked divergences across countries in the GR's nature, impact on the labour market, and its fiscal consequences and yet, for most of the countries studied, there was little change in household income distributions in the two years following the GR. Between 2007 and 2009, households were protected from the impact of the downturn by additional support from governments through the tax and benefit system. Although employment fell in many countries, their household income distributions did not change much. After 2009, there is likely to have been much greater change in incomes as a result of the fiscal consolidation measures that are being put into place to address the structural deficits that accompanied the GR. The study's main policy lesson is that stabilisation of the household income distribution in the face of macroeconomic turbulence is an achievable policy goal, at least in the short-term. 

 

 

 

Beitrag 2:

Volatile Top Income Shares in Switzerland? Reassessing the Evolution Between 1981 and 2008 

 

 

Referent/in: Reto Foellmi, Isabel Martínez 
Organisation:

University of St. Gallen 

Abstract:

We study the recent evolution of top incomes in Switzerland covering the period 1981-2008. We close the data gap between 1993 and 2003 exploiting the fact that cantons changed their tax system at different points in time, which allows us to use the non-changing cantons as control group. The results show that the share of top incomes has risen, the top 0.01% share even doubled in the last 20 years. However, top incomes exhibited large variation in the business cycle. We compare the results with social security data on top labor incomes for which the top shares can be measured precisely over the whole time span. The comparison confirms our initial findings and suggests that labor incomes of employees have become more important among top income earners. 

 

 

 

Beitrag 3:

Inequality in Income and Wealth in Switzerland from 1970 to 2010 

 

 

Referent/in: Robert Fluder, Tobias Fritschi, Oliver Hümbelin
Rudolf Farys, Ben Jann 
Organisation:

Berner Fachhochschule
University of Bern 

Abstract:

The supposed rise of inequality in income and wealth is a much-discussed issue. Since in a number of industrialized countries a trend towards more inequality was observed over the last decades, it is often assumed that Switzerland has experienced a similar development. Yet, although a variety of studies exists that provide inequality estimates for the Swiss society at different points in time, no conclusive picture of the changes in inequality can be drawn from these studies. For example, recent estimates by the Swiss Federal Statistical Office indicate that – against expectations – inequality in disposable equivalent-incomes has not risen since the end of the 1990ies, whereas other studies indicate that earnings from employment – especially top salaries – have become more unequal. The reasons for the inconclusive picture are manifold. For example, trends might have been different for different income types and results might strongly depend on the quality of the used data. To close the knowledge gap in inequality research in Switzerland a new Swiss National Science Foundation project by the University of Bern and the Bern University of Applied Sciences has been started in 2013. Individual tax data from cantons will be analyzed along with aggregate data from the Swiss Federal Tax Administration, covering a period from the early 1970ies to the present. The goal is to gain a systematic overview of the development of inequality in income and wealth in Switzerland as a whole and within cantons, and to determine how changes can be explained. In our talk we will present first results from this project. 

 

 

Plenumsveranstaltung C5: Integration of Migrants in Comparative Perspective

Plenumsveranstaltung C5:
C5 – Integration of Migrants in Comparative Perspective

 

Zeit: Freitag, 28.06.2013: 09.00 - 11.00
Ort: HG 120
Organisator/en: Prof. Dr. Andreas Hadjar 
Chair: Prof. Dr. Andreas Hadjar

 

 

Beitrag 1:

Gender inequalities in the education of the second generation?
A comparative study 

 

 

Referent/in: Prof. Cornelia Kristen, Ass.-Prof. Dr. Fenella Fleischmann 
Organisation:

University of Bamberg, University of Utrecht

Abstract:

Much of the literature to date has either focused on gender differences or on ethnic/racial differences in education, usually focusing on one to the exclusion of the other. This contribution takes a different approach by capturing the interaction of gender and immigrant origin in comparison to the majority population. Western countries in recent decades have seen a reversal in gender inequalities, with girls overtaking boys (especially in school performance). In contrast, many ethnic minorities come from countries where male advantage in education remains very strong at all levels. A key question therefore is whether minorities, especially those from more traditional cultural backgrounds, have 'assimilated' to western patterns of female success, and at what stages of the educational career. Can the legacy of traditional gender patterns still be seen among some second-generation groups in Western countries? Does this vary across countries, with more open systems such as the US or British ones allowing traditional gender preferences to be continued and more 'dirigiste' systems such as the Dutch or German ones providing a greater force for assimilation? The main finding across all countries and groups considered is that the second generation has assimilated to the patterns of female advantage in educational achievement and attainment that we find among the majority populations in the countries under study. Furthermore, the variation in educational outcomes between men and women is generally smaller than that between different ethnic minority groups, suggesting that ethnic origin is a more important source of educational inequality than gender. Finally, our findings do not provide evidence for a consistent 'double disadvantage' in education (with regard to both immigrant/ethnic minority status and gender) for either girls or boys of ethnic minority backgrounds. 

 

 

 

Beitrag 2:

Labour market situation of immigrants in Europe revisited 

 

 

Referent/in: Prof. Irena Kogan 
Organisation:

University of Mannheim

Abstract:

Existing research has confirmed that immigrants' labour market situation depends not solely on immigrants' individual characteristics but also on the structural conditions of the receiving and sending societies. Immigration policy and regulations of receiving societies play an important role in this regard (Borjas 1993; Reitz 1998). The main aim of the national immigration policy is to regulate access to residency by controlling the numbers and characteristics of immigrants that suit particular economic needs or fill political, social, or humanitarian obligations. Integration policies encompass programmes aimed at assisting immigrant settlement and integration. As European countries increasingly strive to attract the 'best and the brightest' immigrants, an assessment of the efficiency of countries' immigration and integration policies both with regard to immigrants' selection and adequate transferability of their human capital resources is largely needed.
In the presentation I will first provide a large-scale description of immigration and integration policies relying on the micro-level data provided by the 2008 EULFS ad hoc module on the labour market situation of migrants. The main advantage of this dataset is its broad coverage and inclusion of a wide range of variables pertaining to immigration and integration policy dimensions at the individual level. Apart from the descriptive purposes, the data enables a standardized multidimensional assessment of the associations between immigration and integration measures and immigrants' labour market performance across a large number of countries. For analytical purposes a theoretical and statistical multi-level design will be applied. While a broad range of variables will allow accounting for individual-level selection into specific policy measures (e.g. credential accreditation or training), a micro-macro design will condition the policy effects upon relevant macro-institutional contexts. 

Bibliographie:

Borjas, G. 1993. Immigration Policy, National Origin, and Immigration Skills: A Comparison of Canada and the United States, pp. 21-43 in Card, D., Freeman, R. (eds), Small Differences that Matter: Labor Markets and Income Maintenance in Canada and the United States. Chicago: University of Chicago Press.

Reitz, J. 1998. Warmth of the Welcome. Boulder: Westview Press.

 

 

Beitrag 3:

Comparing Integration of first and second generation migrants 

 

 

Referent/in: Prof. Laura Bernardi, Prof. Claudio Bolzman 
Organisation:

University of Lausanne, HES-SO 

Abstract:

One major challenge in doing comparative research on migrants' integration is to be aware of the effect of the research design on the results. One can compare different migrant populations within one context. Such choice will inevitably point at on what is different in the migrant populations to explain differential integration. Alternatively, one can compare the same migrant (ethnic) group within different contexts. In this case, the differences in the various contexts would be under focus to explain differential integration.
In this paper, we discuss comparative research on integration of first and second generation migrants. Comparing integration of the first and second generations of the same ethnic group demands to consider variations along several dimensions (generation of belonging, socialization context, changes in structural opportunities over time, different identity construction, changes in the way in which the migrant population is perceived).
We will illustrate the importance of making these dimensions explicit using examples taken from research on integration of the first and second generations migrants in Switzerland. 

Bibliographie:

Bernardi, L. 2011. A Mixed-Methods Social Networks Study Design for Research on Transnational Families. Journal of Marriage and Family, 73, 4, 788–803.

Bolzman, C., Fibbi, R., Vial, M. 2003. Secondas-Secondos. Le processus d'intégration des jeunes adultes issus de la migration espagnole et italienne en Suisse. Zurich: Seismo.

Portes, A., Rumbaut, R. 2006. Immigrant America: A Portray, Berkeley and Los Angeles: University of California Press.

 

Plenumsveranstaltung C6: Media, social technologies and communication inequalities

Plenumsveranstaltung C6:
C6 – Media, social technologies and communication inequalities

 

Zeit: Freitag, 28.06.2013: 09.00 - 11.00
Ort: HG 205
Organisator/en: Patrick-Yves Badillo, Sami Coll 
Chair: Olivier Glassey 

 

 

Beitrag 1:

Revisiting social uses of communication technologies: digital divides and inequalities 

 

 

Referent/in: Patrick-Yves Badillo, Serge Proulx
Organisation:

Université de Genève, École des médias, UQAM 

Abstract:

Information technology has often been presented as a solution to reduce inequalities. We reexamine this issue, taking into account the new context, especially social technologies.
In a first part we distinguish uses, access, affordability and appropriation of information technologies. We have to define these terms in particular by solving some specific translation and interpretation issues: especially ""appropriabilité"" is not easy to translate but is a rich and interesting concept to be developed. These distinctions highlight multiple digital divides since people can live in a technological context (availabilty and possibly affordability) but, for example, do not use these technologies, or are not able to use, or misuse technologies. It will be fruitful to understand new stakes due to social media development.
In a second part we throw light on digital divide issues. Beyond official analyses we explain why, unfortunately, digital divides will, probably, increase again at the world level. Indeed, we show that information technologies, fundamentally, increase gap and inequalities. Information technologies are at the heart of the new economy: ""the new information economy is driven by the economics of networks (...) the key concept is positive feedback (...). Positive feedback makes the strong get stronger and the weak get weaker leading to extreme outcomes"" (Shapiro and Varian, 1999, p. 173-175).
In fact, we are faced to utopia, myth and euphoria. The utopia consists in believing that technology in fine could replace the human brain, human communication. The myth suggests the image of a fictitious future and could express the feelings of a community and serves to pull the action. Indeed information society is a myth of a society where information and communication means transparency and truth anywhere and anytime. The euphoria has been due to the fact that one believes that increasing information and communication technologies means increased communication and knowledge. 

Bibliographie:

Badillo, Patrick-Yves. 2008. « Les "trois horloges" de la "société de l'information". De la disharmonie à la rupture ? ». in M. Mathien (Dir.), Le sommet mondial sur la société de l'information, et après » ? Perspectives sur la cité globale. Bruxelles: Éditions Bruylant.

Breton, Philippe et Proulx, Serge. 2006. L'explosion de la communication. Introduction aux théories et aux pratiques de la communication. Paris: La Découverte.

Montagnier, Pierre and Wirthmann, Albrecht. 2011. "Digital Divide: From Computer Access to Online Activities – A Micro Data Analysis", OECD Digital Economy Papers, No. 189, OECD Publishing.

Proulx, Serge, and Kwok Choon, Mary Jane. 2011. "L'usage des réseaux socionumériques : une intériorisation douce et progressive du contrôle social." Paris: Hermès 59.

Shapiro, Carl and Varian, Hal R. 1999. Information Rules, a strategic guide to the network economy, Boston, Mass.: Harvard Business School Press.

Silverstone, Roger. 1989. « Let us then Return to the Murmuring of Everyday Practices: A Note on Michel de Certeau, Television and Everyday Life », Theory, Culture and Society, 6 (1).

International Telecommunications Union. 2012. Measuring the Information Society. Geneva.

 

 

Beitrag 2:

Media uses and information perceptions: inequalities or differences? 

 

 

Referent/in: Dominique Bourgeois, Steven G. M. Schilizzi 
Organisation:

Université de Fribourg, The University of Western Australia (UWA) 

Abstract:

The media have an important place in our societies inasmuch as information and communication technologies are more and more developing. Our goal is to examine differentiations in media uses and information perceptions and to give some elements to study if these differentiations are linked to social or/and cultural inequalities.
Taking into account the new technological context, we recall in a first part the main theories and empirical analyses of media reception and uses. Many studies have focused on access to ICT. It is interesting to go further in particular by studying media uses, but also information perception. Our goal is not to propose a new theoretical approach of media reception, impact or consumption but first to examine some differences in media uses/consumption/perception of information quality and secondly, as far as possible, to study if these differences are linked to social or cultural differences. We give some elements on the basis of an applied analysis centered on the media and particularly on news media.
In the second part we present our methodology and in the third part we analyze our results. The paper is based on two recent surveys on two groups of students in Switzerland and France. These surveys are part of a larger research conducted since 2006 on the media and particularly on the perceived quality of the media contents. The questionnaire includes six themes: preferences for various journalistic topics, criteria for judging the quality of press articles, uses of various media, ways to be informed about national and international news, quality of information (approached through various ways) and some personal data.
On the basis of the two surveys, we examine some differentiations in the uses of media and in the sources of information, in the consumption of informational contents, but also in the ways of perceiving the media and informational contents. The differences between the two groups of students are also studied. 

Bibliographie:

Bourgeois, Dominique. 2008. « TIC et dynamiques de l'inclusion/exclusion ». In L. Chouikha et alii (Dir.). Interagir et transmettre, informer et communiquer. Tunis: ISD-IPSI-SFSIC. pp. 733-742.

Bourdieu, Pierre. 1987. Distinction: A Social Critique of the Judgement of Taste. Cambridge Mass.: Harvard University Press.

Cardon, Dominique. 2010. La démocratie internet. Promesses et limites. Paris: Éd. du Seuil, 2010.

DiMaggio, Paul, Hargittai, Eszter, Celeste, Coral and Shafer, Steven. 2004. "Digital Inequality: From Unequal Access to Differentiated Use". In Social Inequality. Edited by Kathryn Neckerman. New York: Russell Sage Foundation.

Ito, Mizuko; Horst, Heather A.; Bittanti, Matteo; Boyd, Danah; Stephenson, Becky Herr; Lange, Patricia G.; Pascoe, C. J.; and Robinson, Laura. 2009. Living And Learning With New Media, Summary of Findings from the Digital Youth Project, John D. and Catherine T. MacArthur Reports on Digital Media and Learning. Cambridge, Mass.: MIT Press.

Jauréguiberry, Francis; Proulx, Serge. 2011. Usages et enjeux des technologies de communication. Toulouse: Érès.

Serres, Michel. Petite poucette. 2012. Paris: Editions le Pommier.

Willemse, Isabel, Waller, Gregor, Süss, Daniel. 2010 (and recent data for 2012). JAMES, Jeunes | activités | médias – enquête Suisse. Zürich : ZHAW (Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften – Zürich University of Applied Sciences), School of Applied Psychology, and Swisscom. Web site: www.psychologie.zhaw.ch/james

 

 

Beitrag 3:

The egalitarian myth of social media: social distinction and mobility 

 

 

Referent/in: Alice E. Marwick, Sami Coll 
Organisation:

Fordham University, University of Geneva 

Abstract:

The discourse of social media suggests that technologies like YouTube, Facebook, and Twitter make it possible for people to participate and collaborate on projects ranging from political activism to Wikipedia. According to this "egalitarian myth," traditional social hierarchies are collapsed, replaced with meritocratic, democratic governance and allowing for social bonds across social strata. While this is true to a certain extent, it ignores the ways that social media also operates as a platform of social distinction. The aim of this plenary session is to question this "egalitarian myth," and to demonstrate several ways that social media functions to reify and reinforce social inequalities.
The egalitarian myth neglects the "context collapse" (Marwick and Boyd 2011) that takes place in many social relations taking place on social media. Context collapse happens for example when a Facebook status is read out of the context it was produced from, and potentially builds negative social judgement and social sanctions. Anything posted on a social media is driven by a representation of the interlocutor as well as expectation and a need to be seen and recognized (Coll 2012). Social media have to deal with the social dynamics of social distinction like any other social space. Classical sociology reflects on visibility as an asset to build one's social identity and to claim one's membership to a certain social rank (Simmel 1957). Social media tends to emphasize social regulations in the large sense, involving social judgements and sanctions (Radcliffe-Brown 1965) that maintain social hierarchy (Bourdieu 1987). Also, although making information public increases one's attention and visibility, the ability to adopt such skills is limited to those with extensive computer access, white-collar professional skills, and economic privilege (Marwick 2013). Others may find it quite difficult to find the right balance between visibility and concealment of information. 

Bibliographie:

Bourdieu, Pierre. 1987. Distinction: A Social Critique of the Judgement of Taste. Cambridge Mass.: Harvard University Press.

Coll, Sami. 2012. "The Social Dynamics of Secrecy: Rethinking Information and Privacy Through Georg Simmel." International Review of Information Ethics 17: 15–20.

Marwick, Alice, and danah boyd. 2011. "I Tweet Honestly, I Tweet Passionately: Twitter Users, Context Collapse, and the Imagined Audience." New Media & Society 13 (1): 114–133.

———. 2013. Status Update: How Social Media Changes Celebrity, Publicity, and Attention. New Haven, CT: Yale University Press.

Radcliffe-Brown, A. R. 1965. "Social Sanctions." In Structure and Function in Primitive Society: Essays and Addresses, 205–211. New York: Free Press.

Simmel, Georg. 1957. "Fashion." American Journal of Sociology 62 (6): 541–558.

 

Plenumsveranstaltung C7: The social inequality and poverty during the crisis. The cases of ...

Plenumsveranstaltung C7:
C7 – The social inequality and poverty during the crisis. The cases of Ecuador, Mexico and Brazil

 

Zeit: Freitag, 28.06.2013: 09.00 - 11.00
Ort: UniS A022
Organisator/en: Dr. Lukasz Czarnecki 
Chair: Alina Polyakova

 

 

Beitrag 1:

The social inequality and poverty during the crisis. The case of Ecuador 

 

 

Referent/in: Mayra Alejandra Sáenz Amaguaya 
Organisation:

Latin American Social Sciences Institute (Facultad Latinoamericana de Ciencias Sociales or FLACSO) 

Abstract:

The U.S. financial crisis caused, mainly in the developed world, the decline in financial wealth of households and businesses. Consequently, there was a contraction in spending, a reduction in private consumption and investment. Similarly, it contracted aggregate demand and global production fell (Titelman et al., 2009).
The effects of the crisis had a geographic expansion and affected to emerging market regions, including Latin America (Titelman et al., 2009). In Ecuador, oil exports, the growing demand for traditional and non-traditional products, Ecuadorians workers' remittances, the indebtedness of private economic agents, and foreign investment were the main external sources of income and, at the same time, the main transmitters of the crisis (Acosta, 2009).
The effects of the crisis were reflected in the reduction of gross domestic product (GDP), in export earnings, remittances, and immunization rates. In addition, there was an increase in inflation, unemployment, underemployment, poverty, and inequality (Ray and Kozameh, 2012, UN, s / r).
In response, the Ecuadorian government with its president Rafael Correa, implemented safeguard measures, import restrictions, and fiscal and banking regulations. The government also conducted educational reforms and prioritized human development within public spending, especially health and education through the Human Development Bond (BDH). These policies had positive results.
The global financial crisis coupled with external financial constraints, the contraction of trade flows and limited response options of a dollarized economy put at risk the Ecuador's ability to tackle poverty, hunger and needs. However, the stimulus to economic growth and the expansion of social protection allowed revive the economy in a short period of time and with no negative deep effects. Furthermore, it was noted that these policies can provide the basis for a truly progressive social protection in Latin America (Ferranti et al., 2003). 

Bibliographie:

Titelman, Daniel, Esteban Pérez-Caldentey and Ramón Pineda. 2009. ¿Cómo algo tan pequeño terminó siendo algo tan grande? Crisis financiera, mecanismos de contagio y efectos en América Latina. ECLAC 98.

Acosta, Alberto. 2009. "Ecuador: ¿un país maniatado frente a la crisis? La crisis financiera y económica mundial: ¿Oportunidad para el aprendizaje en América Latina? " In Análisis Económico: La crisis internacional y su incidencia en el Ecuador. Quito: Colegio de Economistas de Pichincha

Ferranti, David, Guillermo Perri, Francisco Ferreira, and Michael Walton. 2003. Inequality in Latin America & the Caribbean: Breaking with History?Mexico: World Bank.

Ray, Rebecca and Sara Kozameh. 2012. La economía de Ecuador desde 2007. Washington: Center for Economic and Policy Research.

United Nations Department of Economic and Social Affairs (UN DESA). Crisis financiera y económica.

 

 

Beitrag 2:

The social inequality and poverty during the crisis. The case of Brazil 

 

 

Referent/in: Erik Balleza Dávila 
Organisation:

National Autonomous University of Mexico - UNAM FCPyS 

Abstract:

The main purpose of this paper is to present the evolution of income inequality and poverty that have persisted in Brazil over the past three decades, as well as discuss the various social programs that have contributed to reducing both. In the first part, this paper will analyze a continued reduction in both poverty and extreme poverty in the last twenty years. From 1990 to 2011 the percentage of the population living in extreme poverty has decreased from 23.4% to 6.1%. Furthermore, the greatest achievement of the past governments of Brazil involves lifting in the last eight years almost thirty millions citizens out of poverty. Also the recent change in the distribution structure is explained mainly by government transfers and reducing inequality in employment income (Rocha, 2009). The study will include the analysis of transfers, pensions, benefits, the Bolsa Família program, among others.
In the second part, the paper will analyze the effects of the financial crisis of 2007. It must be considered that Brazil was affected by the international trade, though not as deeply as many industrialized economies (Kucinski, 2009). The response of the government was to make further diversification of trade relations. 

Bibliographie:

Castilho, Marta. 2011. Impactos da Crise Econômica Internacional Sobre o Comércio Exterior Brasileiro, Crise Financeira Global Livro 2, Instituto de Pesquisa Econômica Aplicada – IPEA, Brasil

Kucinski, Bernardo. 2009. Brasilien reagiert schnell auf die globale Krise, Föderalismus November/Dezember 2009 Band 8 p. 14, Forum der Föderationen

Rocha, Cecilia. 2009. "Developments in National Policies for Food and Nutrition Security in Brazil" en Development Policy Review, Vol. 27 No. 1. Brasil.

 

 

Beitrag 3:

The impact of the global crisis 2008 in Mexico. The context and manifestations. 

 

 

Referent/in: Dr. Lukasz Czarnecki 
Organisation:

National Autonomous University of Mexico (UNAM)

Abstract:

The central interrogation is how deep is the impact of the global crisis started in 2008 in Mexico? To understand the context of the crisis, it is necessary to analyze the Mexican transformation from the state oriented economy to the auto-regulated market (Polanyi, 1957; Moren-Brid, Ros, 2009; Ocampo, Ros, 2011). The permanent crisis was provoked by application of Washington Consensus since the eighties. The economic policies have been continued strictly applied under the administration of the president Carlos Salinas (1988-1994). The social spending was the main variable of the adjustment policy (Ponce, 2008: 308). The direct effect of applications of neoliberal polices was the peso devaluation and economic crisis. The Mexican central bank had inflated the money supply in 1994 (Miller, 1997: 393). Moreover, the North American Free Trade Agreement came into existence in 1993.
The global crisis 2008 has a strong impact in Mexico because, it interweaves with the phenomenon of the permanent crisis. In 2008 the president Felipe Calderon (2006-2012) announced anti-crisis measures: investment in public policies, infrastructure, and social protection. Nevertheless, there were no implementations. Mexico still did not reach the levels of development from 2008. The largest fall of income between 2008 and 2010 occurred in the first decile, the poorest: -8.7%, meantime in the last decile, the income's rich had decrease of -3.7% (CONEVAL, 2012: 57). The crisis provoked growth of the informal sector (street trading among others) and unemployment (Czarnecki, 2009: 111). According to official statistics, the population in poverty increased over three million between 2008 and 2010, passing from 48.8 to 52 million (CONEVAL, 2012: 48). In 2010 the number of people without access to social security was 68.3 million; nearly 85 million, three out of four Mexicans, had at least one social deprivation and 30 million, had three or more social deprivations (CONEVAL, 2012: 58). 

Bibliographie:

CONEVAL. 2012. Informe de pobreza en México. El país, los estados y sus municipios 2010. Mexico DF: CONEVAL.

Czarnecki, Lukasz. 2011."Le secteur informel au Mexique dans le contexte de l'Amerique latine (1980-2009)". In Les Mondes du Travail, no. 9-11.

Moren-Brid, Juan Carlos and Jaime Ros. 2009. Development and Growth in the Mexican Economy: a Historical Perspective. New York: Oxford University Press.

Ocampo, José Antonio, and Jaime Ros. 2011. "Shifting Paradigms in Latin America's Economic Development." In The Oxford Handbook of Latin American Economics, edited by José Antonio Ocampo and Jaime Ros. Oxford: Oxford University Press.

Ortiz, Guillermo. 2009. "La crisis mexicana de 1994-1995 y la actual crisis financiera". Este país. Mexico DF.

Polanyi, Karl. 1957. The Great Transformation. Beacon Press.

Ponce, Juan. 2008. "Políticas sociales y programas de transferencia monetaria condicionada en América Latina", in Aguilar, Jorge Granda. Pobreza, exclusión y desigualdad, Quito: FLACSO.

Miller, Geoffrey P. 1997. "Is deposit insurance inevitable? – lessons from Argentina", Bhandari, Jagdeep S., and Alan O. Sykes, Economic Dimensions in International Law, Cambridge: Cambridge University Press.

 

PDRS-Veranstaltung: Comment valoriser hors du monde académique les compétences acquises lors du ...

PDRS-Veranstaltung:
PDRS – Comment valoriser hors du monde académique les compétences acquises lors du travail de thèse ?

 

Zeit: Freitag, 28.06.2013: 09.00 - 11.00
Ort: UniS A-126
Organisator/en: André Ducret und Miriam Odoni
Table ronde organisée par le Programme doctoral romand en sociologie (PDRS) 
   

 

 

Beitrag 1:

Comment valoriser hors du monde académique
les compétences acquises lors du travail de thèse ? 

 

 

Referent/in: André Ducret und Miriam Odoni 
Organisation:

Universität Genf

Abstract:

Avec près de cent-cinquante affiliations recensées au PDRS, les candidat-e-s au doctorat en sociologie sont toujours plus nombreux. Dans le même temps, les postes dans l'enseignement supérieur et la recherche de pointe se raréfient, nous dit-on. Pourtant, à voir la liste des alumnis PDRS, bon nombre d'entre eux travaillent dans ces secteurs, avec des positions plus ou moins stables. D'autres choisissent une autre voie. Reste que la question des débouchés professionnels hors du monde académique se pose avec toujours plus d'acuité, pour les uns comme pour les autres. Mais aucune enquête n'existe à ce jour sur ce que sont devenu-e-s les docteurs ayant soutenu leur thèse depuis 2005, date de création du PDRS. Il s'avère dès lors difficile d'apprécier quelles sont ces perspectives de carrière hors de l'Université, et le précariat dans lequel vivent parfois, de longues années durant, des personnes pourtant hautement qualifiées n'incite pas à l'optimisme. Certain-e-s trouvent de l'emploi à l'étranger, avec ou sans bourse post-doctorale ; d'autres alternent les mandats d'études, parfois à leur compte, parfois au titre d'armée de réserve intellectuelle à la disposition de professeur-e-s stabilisé-e-s. D'autres encore parviennent à saisir les opportunités que leur offre un marché du travail non académique qu'en réalité, on connaît mal, et ce pour y faire valoir les compétences acquises lors du travail de thèse. Compétences génériques, bien sûr, créativité intellectuelle, esprit de synthèse, goût pour la rédaction, mais surtout compétences scientifiques, méthodologiques et empiriques en sociologie. Comment se débrouiller dans la vie à l'heure où une carrière académique s'avère un projet toujours plus aléatoire ? Telle est la question que nous voudrions aborder lors de cette table ronde à laquelle participeront quelques docteur-e-s en sociologie, alumnis PDRS invités à partager leur expérience avec des doctorant-e-s dont beaucoup seront sans doute présents à Berne lors du prochain Congrès helvétique de la profession.

 

http://sociologie.cuso.ch/activites/detail-cours/item/courses/comment-valoriser-hors-du-monde-academique-les-competences-acquises-lors-du-travail-de-these/

 

Points abordés lors de la table ronde:
Choix du sujet de thèse : pour quelles raisons avoir débuté une thèse ? Et comment votre sujet de thèse a-t-il été choisi ? En fonction de perspectives de carrière ultérieures, et si oui, lesquelles ? En prenant en compte, ou non, la possibilité de faire valoir l'intérêt du sujet choisi pour la thèse sur le marché du travail non académique ?

Faire sa thèse : dans quelles circonstances, à la fois professionnelles (assistant-e ? candoc ? en emploi hors de l'université ? à temps plein ou à temps partiel ? etc.) et personnelles (ayant ou non charge de famille ? En pouvant ou non s'appuyer sur des soutiens extérieurs ? En l'achevant ou non dans le temps prévu ? etc.). Avez-vous réalisé votre thèse ? Quelles ont été les principales difficultés à surmonter ? Les surprises auxquelles vous ne vous attendiez pas ? Les conseils que vous pourriez donner à d'actuel-l-es doctorant-e-s ?

Compétences acquises à l'occasion de la thèse : quelles sont les compétences théoriques, méthodologiques et empiriques que ce travail de thèse vous aura permis d'acquérir et/ou de développer ? Auriez-vous pu acquérir ces compétences par d'autres voies, et si oui, lesquelles ? Quant à vos compétences dites « génériques » (soft skills), estimez-vous les avoir accrues à l'occasion de la préparation de votre thèse, et si oui, comment (programme cuso ? autre ? etc.).

Parcours de thèse : au fur et à mesure que vous progressiez dans votre thèse, vous êtes-vous posé-e la question de votre avenir professionnel dans ou hors du monde de l'enseignement et de la recherche ? Si non, pour quelles raisons, et si oui, en quels termes ? Et auprès de qui avez-vous, le cas échéant, cherché des réponses à vos questions ?

Après la soutenance : quel a été votre trajectoire professionnelle depuis l'obtention de votre doctorat ? Quels emplois avez-vous occupés jusqu'ici ? Avec quel statut ? En passant, ou non, par des périodes au chômage ? Des séjours à l'étranger ? Et, plus généralement, avec quel « projet de vie » sur le plan personnel comme professionnel ? Surtout, en ayant ou non le sentiment de valoriser les compétences acquises lors du travail de thèse ? Et, si oui, quelles compétences plus particulièrement ?

Bilan provisoire : rétrospectivement, comment évaluez-vous, sur le plan personnel comme professionnel, ce que vous a apporté le fait d'avoir réalisé cette thèse et d'être désormais titulaire d'un doctorat en sociologie ? Si c'était à refaire, le referiez-vous, ou non, et pour quelles raisons ? Et quels conseils donneriez-vous à quelqu'un qui voudrait se lancer aujourd'hui dans la préparation d'une thèse dans notre discipline ?


Intervenant-e-s de la table ronde:
Monica Aceti est chargée de cours en sociologie du sport à l'Unité Sciences du Mouvement et du Sport de l'Université de Fribourg (depuis 2007) et engagée actuellement à 50% comme ingénieure de recherche dans l'équipe de recherche sport et science sociale de l'Université de Strasbourg. Elle est également rattachée comme collaboratrice libre à l'IUHMSP de Lausanne.

Claire Balleys travaille à la valorisation des résultats de sa thèse, notamment par la mise sur pied d'une activité cherchant à développer l'éducation aux usages d'Internet en Suisse. Elle organise des formations continues à l'attention des professionnels de l'éducation et des actions de préventions auprès des adolescents. Parallèlement à ces activités, elle est à la recherche d'un poste qui lui permettrait de développer ce champ de compétences.

Angélique Fellay travaille dans le domaine des ressources humaines au sein d'une entreprise industrielle internationale (TESA), membre du groupe Hexagon Metrology, active dans le domaine de la métrologie (fabrique des instruments de précisions destinés à d'autres industries). Elle y occupe la fonction de HR Generalist et est en charge du recrutement, de la formation continue et des projets RH.

Olivier Moeschler occupe au sein de l'Office fédéral de la statistique, et à côté de ses activités académiques, le poste de responsable du domaine ""culture"". Son domaine d'activité est la statistique culturelle (à ce jour: bibliothèques, film/cinéma, pratiques culturelles, financement de la culture).

George Waardenburg est conseiller scientifique au Secrétariat d'Etat à la formation, à la recherche et à l'innovation (SEFRI) dans l'unité ""Stratégie et Planification"". L'unité « Stratégie et Planification » du SEFRI est en premier lieu responsable de la préparation du Message FRI du Conseil Fédéral, jusqu'y compris son adoption aux Chambres.